Wissenschaft ist niemals unpolitisch, selbst wenn sie sich mit einer scheinbar unerreichbaren Vergangenheit beschäftigt. Wissenschaft findet in der Gegenwart statt, in der sie Strukturen herausbildet, die keine unhinterfragten Selbstverständlichkeiten sein sollten. Zudem verleiht Wissenschaft auch abseits ihres ursprünglichen Gegenstandes Kompetenzen, mit denen die Gegenwart bearbeitet werden kann. 

Für die Archäologie stellen sich vor diesem Hintergrund mehrere aktuelle und kritische Fragen: Wie viel Kolonialismus steckt in heutigen Sammlungen und Museen und wie kann materielle Kultur dekolonialisiert werden? Welche Rolle spielt die Antike zur Zeit des Nationalsozialismus? Wie kann eine kritische Bildanalyse funktionieren? Wie lassen sich bildwissenschaftliche Kompetenzen einsetzen, um rassistische, sexistische oder antisemitische Bildsprachen in heutigen (Bild)Medien herauszuarbeiten? 

All diese Fragen halten wir für relevant und möchten einen Lese- und Arbeitskreis der Kritischen Archäologie ins Leben rufen. 

Ziel ist es, in den nächsten Semestern alle zwei Wochen zum Lesekreis zusammenzukommen.