Im aktuellen Forschungsfeld der „Sozio-Hydrologie“ werden die Einflüsse menschlicher Aktivitäten auf hydrologische Systeme, gesellschaftliche Umgänge mit Wasserknappheit oder unzureichende Wasserqualität behandelt. Unter dem Stichwort „Panta Rhei“ (everything flows) erklärte die internationale hydrologische Gesellschaft (IAHS) die Schnittstellenforschung zwischen Hydrologie und Gesellschaft zum Schwerpunkt der Forschungsdekade 2013-2022. Sozio-hydrologische Studien zielen auf die Interaktionen und Rückkopplungen zwischen Wasser und Gesellschaft ab, wobei neue Lösungsansätze für nachhaltiges Wassermanagement im Zentrum stehen. Der Sozio-Hydrologie liegt ein naturwissenschaftlich geprägtes Systemverständnis zugrunde, wonach Wasser und Gesellschaft als gekoppeltes System mit Interaktionen und Wechselwirkungen verstanden werden. Dabei werden neben quantitativen Methoden und mathematischen Modellierungen auch qualitative Methoden zur Erklärung von Kausalzusammenhängen herangezogen. Auf unterschiedlichen Skalen werden Interaktionen und Dynamiken der Wassernutzung, Praktiken der Wasserverteilung sowie Verwundbarkeit gegenüber Hochwasserkatastrophen behandelt. Neben der Sozio-Hydrologie wurden in den letzten Jahren auch hydrosoziale Kreisläufe als integrative Analyserahmen vorgeschlagen. Im Seminar werden ausgewählte Problemfelder beleuchtet und diskutiert. Mögliche Themen wären Wasserprobleme in Urbanisierungsprozesse, Veränderungen der Kryosphäre (Eis, Schnee und Permafrost) und Folgen für die Wasserverfügbarkeit, Wasser(über)nutzung im Rahmen von Bergbauaktivitäten, globaler Staudammbau und Transformation fluvialer Systeme. Die Anmeldung wird in der ersten Veranstaltung zu Beginn des Wintersemesters erfolgen. Dort werden auch die Referatsthemen verteilt und der Seminarplan besprochen. Eigene Vorschläge von Studierenden werden gegebenenfalls gern eingebunden.