Südasien ist präsent in der Stadt Heidelberg. Die hiesige Universität verfügt seit über 50 Jahren über ein Institut, das sich in Forschung und Lehre mit dem indischen Subkontinent befasst. Aber auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Vereine, Gemeinschaften, Unternehmen und Restaurants, die eng mit Indien verbunden sind. Nicht zuletzt leben in Heidelberg zahlreiche Menschen, die zeitweise oder gänzlich aus Südasien an den Neckar übergesiedelt sind. Dieses Seminar ist als Projekt des forschenden Lernens zu verstehen, das versuchen wird dieses „Heidelberger Südasien“ sichtbar zu machen und historisch nach zu verfolgen. Dabei sollen studentische Projekte, etwa zu Migrationsgeschichten, internationaler Zusammenarbeit oder zu bekannten (und unbekannten!) historischen Personen (z.B. Max Weber oder Mohammed Iqbal) im Mittelpunkt stehen. Dies umfasst eigene Forschungsleistungen in lokalen und regionalen Archiven ebenso wie die Bereitschaft zur Durchführung von biographischen Interviews. Erwartet wird ein hohes Maß an Eigeninitiative und selbstständigem Arbeiten, um die historischen Spuren Südasiens in Heidelberg nachzuvollziehen und idealerweise für die Öffentlichkeit aufzubereiten.

Das Proseminar richtet sich an BA-Studierende des Südasien-Instituts sowie des Historischen Seminars und ist offen für Interessierte benachbarter Disziplinen wie Ethnologie, Politikwissenschaft, Religionswissenschaft etc.


Einführung in des wissenschaftliche Arbeiten der Geschichte Südasiens

Tutorium für die beiden Proseminare

"Gendering Colonialism. Macht und Geschlecht im kolonialen Südasien" (Felix Eickelbeck)

und

"Indien in Heidelberg. Verflechtungsgeschichten zwischen Asien und Europa" (Rafael Klöber)


Mittwochs, 12-13 Uhr, R. 317, INF 330, Südasien-Institut, Universität Heidelberg

Dieses Seminar wird die Wechselwirkungen zwischen Kolonialismus, Macht und Geschlecht in Südasien untersuchen. Dabei soll unter anderem erarbeitet werden, wie sich koloniale Machtstrukturen auf Männer- und Frauenrollen auswirkten. Es sollen dabei sowohl britische, als auch südasiatische Menschen beider Geschlechter im Fokus stehen. Thematisiert werden unter anderem die komplexe Rolle von weißen Frauen im kolonialen Südasien und die widersprüchliche Konstruktion indischer Männlichkeiten durch den kolonialen Diskurs. Um sich dem Themenkomplex zu nähern, werden Primärquellen (in englischer Sprache) sowie Fachliteratur bearbeitet.

Das Seminar richtet sich an alle Studierende aus historischen Fächern sowie an Interessierte aus den Südasienstudien und der Ethnologie.