Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Im Neuenheimer Feld 327, 1. OG
69120 Heidelberg

Anmeldung: bis zum 5.5.2020 per Email an: maike.rotzoll@histmed.uni-heidelberg.de

In Zeiten von Corona hat auch die Seuchengeschichte Konjunktur: Kann man aus Seuchen der Vergangenheit Schlüsse ziehen, vielleicht sogar im Sinne konkreter Handlungsanweisungen aus der Geschichte lernen? Seuchengeschichte bietet jedenfalls einen Vergleichsrahmen; die Beschäftigung mit ihr ermöglicht es, aktuelle Situationen und Probleme bewerten und einzuordnen zu können, vielleicht auch, einige Mythen zu widerlegen. Weiteres im Kursbereich.



Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Im Neuenheimer Feld 327, 1. OG.
69120 Heidelberg

Anmeldung unter: primc@uni-heidelberg.de

Kursbeschreibung:

In der medizinischen und pflegerischen Versorgung kranker Menschen und in der medizinischen Forschung stellen sich häufig ethische Fragen. Mit zahlreichen normativen Fragen befasst sich nicht nur die Medizinethik, sondern auch das Recht, wenngleich aus ethischer Sicht teilweise umfassendere Forderungen erhoben werden. Die Medizinethik bietet bei neuen Problemen einschlägige Analysen und entwickelt vielfältige Argumentationen, die auch für rechtliche Diskurse relevant sein können.

Die Vorlesung gibt eine Einführung in Grundlagen wie z.B. die Unterscheidung von Moral und Ethik, von Deontologie und Konsequentialismus oder Grundbegriffe wie Autonomie, Nicht-Schaden, Gerechtigkeit und Verantwortung. Zudem werden unterschiedliche ethische Argumentationsrichtungen vorgestellt. Ausgewählte Themen der Medizinethik sind neben Standards wie Aufklärung und Informed Consent, Selbstbestimmung, Behandlungsbegrenzung bei Schwerstkranken, Sterbehilfe, Organtransplantation und Ressourcenverteilung auch aktuelle ethische Fragen der Forschung am Menschen, der Reproduktionsmedizin und der prädiktiven Gendiagnostik.
Didaktisch verfolgt die Vorlesung das Ziel, fortlaufend ethische Grundbegriffe und Ansätze vorzustellen und diese mittels einer konkreten medizinethischen Thematik zu verdeutlichen.


Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Im Neuenheimer Feld 327, 1. OG
69120 Heidelberg
Anmeldung unter: Anmeldung@histmed.uni-heidelberg.de

Hauptseminarbeschreibung:

In den letzten Jahrzehnten ist viel zu Medizin und Wissenschaft im Nationalsozialismus geforscht worden, insbesondere zu den Medizinverbrechen und ihrem historischen Kontext – zu Zwangssterilisation, Patientenmorden und Menschenversuchen in Konzentrationslagern. Etwas im Schatten steht der Themenkomplex der Verdrängung, Entrechtung, Vertreibung und Ermordung insbesondere jüdischer, aber auch oppositioneller Mediziner*innen und Wissenschaftler zwischen 1933 und 1945.
Im HS/OS zu Vertreibung und Exil von Mediziner*innen und Wissenschaftler*innen aus dem Deutschen Reich und Österreich geht es zunächst um die Situation jüdischer und sozialistischer Ärzte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert im deutschen Sprachraum, einschließlich der schwierigen Bedingungen, die bereits vor 1933 häufig zu Emigration führten. Ebenso wird die antijüdische Politik ärztlicher Standesorganisationen, Fachgesellschaften und Forschungsinstitutionen nach 1933 ebenso thematisiert wie die die Entwicklungen der NS-Gesundheitspolitik insgesamt. Die Folgen – mehrere Emigrationswellen, Deportationen in Konzentrationslager und Ermordung – sollen auch über biographische Studien erschlossen werden.

Weiterhin wird es um die Frage gehen, wie der (berufliche) Lebensweg der Emigrant*innen in den jeweiligen Zielländern verlaufen ist und welchen Einfluss sie dort ausübten.

Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Im Neuenheimer Feld 327, 1. OG.
69120 Heidelberg

Anmeldung unter: Anmeldung@histmed.uni-heidelberg.de

Hauptseminarbeschreibung:

Körper macht Geschichte – Geschichte macht Körper. Markant brachte dieser Sammelbandtitel aus dem Jahr 1999 die dialektische Annahme der am Ende des 20. Jahrhunderts in Fahrt gekommenen Körpergeschichte auf den Punkt: Der Körper des Menschen ist nicht als überzeitlich konstant anzusehen, sondern selbst in seiner historischen Wandelbarkeit und seiner wechselhaften sozialen Situiertheit Untersuchungsgegenstand der Geschichtswissenschaften. Insbesondere mit ethnografischen, praxeologischen und diskursanalytischen Perspektivierungen haben körpergeschichtliche Arbeiten seitdem herausgearbeitet, wie beispielsweise in den Medien, im Gefängnis, dem Krankenhaus, im Labor oder auch im Fitnessstudio soziale Ordnungen und Hierarchien im individuellen Körper und anhand desselben (visuell) konstituiert und Wissen im körperlichen Vollzug produziert und auf diesen angewendet wurde.